Einführung 

​Am 6. November wurde Johannes Böttner in das Amt des Pfarrers der Kirchengemeinde Niedenstein-Wichdorf eingeführt. Dekanin Sabine Tümmler überreichte die Urkunden des Bischofs und freute sich, dass die 2,5 jährige Probezeit in der Gemeinde so positiv verlaufen sei. Die Arbeit in Gemeinde beinhalte viele Baustellen, betonte sie in ihrer Ansprache. Hinzu kämen Aufgaben im Kirchenkreis durch die Mitarbeit in der Planung der Pfarrkonferenzen 

An der feierlichen Einsegnung wirkten Pfarrer Kristof Weisheit aus Besse und der stellvertretenden Vorsitzenden des Kirchenvorstandes Dirk Grunewald mit, während das ganze gemeindeleitende Gremium des Kirchenvorstandes im Halbkreis um den neuen und alten Pfarrer stand. Ein eindrucksvolles Bild für alle in den übervollen Bänken. 

„Wird der Pfarrer bald ersetzt durch eine App?“, so fragte der neueingeführte Pfarrer die Gemeinde und stellte in der Predigt Leitlinien und Grundgedanken zu seiner Arbeit in den Raum. „Leben wir, so leben wir dem Herrn!“ mit diesem Pauluszitat beendete er seine Rede, bevor die ganze Gemeinde in den Choral „Großer Gott, wir loben dich“ einstimmte. 

Musikalisch bereichert wurde der Gottesdienst durch die Liedertafel Wichdorf, den Gesang der Kinder der Evangelischen Kindertagesstätte Arche Noah und dem Posaunenchor, der mit seinem Gesang sogar den alten Männergesangverein aufleben ließ. 

An den Fürbitten beteiligte Pfarrer Böttner ganz nach dem „Priestertum aller Gläubigen“ unterschiedliche Menschen aus der Gemeinde, der Ökumene und der Politik. 

Im Anschluss an den Gottesdienst lud der Kirchenvorstand zu einem Empfang in das Bürgerhaus Wichdorf. Überrascht wurde Pfarrer Böttner dort durch einen Überraschungsauftritt des „Osternachtchores“ unter der Leitung von Silvia Grebe, den er vor zwei Jahren ins Leben gerufen hatte. 

Im Namen der Stadt Niedenstein gratulierte als erster Bürgermeister Frank Grunewald und lud Pfarrer Böttner zu einem Doppelpass am Ball ein. Die Ortsvorsteher Frank Pfenning (Wichdorf) und Roger Kunigkeit (Niedenstein) überbrachten gemeinsam die Glückwünsche der Ortsbeiräte und der Vereine. 

Die Tische wurden reich gedeckt durch zahlreiche Kuchen und Torten, die von Gemeindemitgliedern gespendet wurden. 

Statt persönlicher Geschenke, hatte sich Johannes Böttner eine Spende für Kirchensanierung in Niedentein und den barrierefreien Zugang der Wichdorfer Kirche gewünscht. Dank gilt allen Vereinen, den Ortsbeiräten und der Stadt Niedenstein für insgesamt 905 Euro. Auch die Kollekte von über 700 Euro war für die beiden Zwecke bestimmt. „Vorsicht, Baustelle!“ warnte die Dekanin – so werden die Baustellen die Arbeit der Gemeinde weiterhin begleiten.

Ein Kinderlachen ist aller Mühe wert!

 

Niedenstein.

In der Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge im Ev. Freizeitheim in Niedenstein können die Kinder der Bewohner seit ein paar Tagen fröhlich im Sand spielen und schaukeln. Feierlich wurden die neuen Spielgeräte am Donnerstag, den 04. August im Rahmen des monatlichen Begegnungskaffees zwischen Flüchtlingen und Niedensteiner an die Kinder übergeben.

Es war so ergreifend, dass ein Bewohner spontan eine Dankesrede hielt, die aus dem arabischen von Herrn Karam Abdalla übersetzt wurde. Der geflüchtet Mann bedankte sich im Namen aller Bewohnerinnen und Bewohner mit ihren Kindern für die freundliche Aufnahme in Deutschland und vor allem in Niedenstein: „In den Ländern, aus denen wir geflüchtet sind, werden Kinder getötet, hier in Deutschland aber tut ihr so was Schönes für unsere Kinder! Das ist beeindruckend für uns Bewohner“.

Dank großzügiger Spenden u.a. durch einen Aufruf des VW-Betriebsrates im internen Netzwerk des Baunataler Werks und durch die Spende des Melsunger Kinderbasars im vergangenen Jahr konnten sowohl für die Gemeinschaftsunterkunft im Sengelsberger Weg, als auch für das Evangelische Freizeitheim ein Sandkasten sowie eine Schaukel gekauft werden. Das TÜV-geprüfte Spielzeug wurde sogar kostenlos durch den Spielzeughersteller Aucam geliefert.

Bis zur Aufstellung gab es aber viele Hürden zu nehmen. Es musste die Frage geklärt werden, ob überhaupt neben den öffentlichen Spielplätzen ein eigenes Gerät auf dem Gelände sinnvoll ist. Jedoch hatte sich herausgestellt, dass die Kinder aus den Einrichtungen sich nicht auf die öffentlichen Spielplätze trauen auf Grund ihrer traumatischen Erlebnisse in den Kriegsgebieten und auf der Flucht.

 

Ute Kollmann, ehrenamtliche Sprecherin des Arbeitskreises „Füreinander und Miteinander“ und Integrationsbeauftragte der Stadt Niedenstein, nahm sich der Sache an und klärte alle Fragen rund um die die Genehmigung, Anschaffung und Aufstellung der Geräte.

Dank der Unterstützung von vielen freiwilligen Helfern aus Niedenstein und den Bewohnern der Unterkünfte konnten in die vergangenen Wochen die Schaukel und der Sandkasten aufgebaut werden. Die ortsansässige Baufirma Löber stellte die Maschinen für die Erdarbeiten kostenlos zur Verfügung. Die zweite Schaukel und Sandkasten werden, wenn es die Wetterlage zulässt, dann in den kommenden Wochen an der weiteren Gemeinschaftsunterkunft aufgestellt! Allen Helfern und Spendern sei ganz herzlich gedankt.

Niedentein, den 20.08.2016 Johannes Böttner (mit Vorlage von Marco Kollmann)

Kirchenfenster

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Eine Predigt wie eine Vernissage, wie eine Kunstaustellung – lesen Sie hier (gehalten am 7. August 2016 ) Denn in den letzten Wochen sind sechs neue Kirchenfenster entstanden.

Kindern und Jugendliche haben  zusammen mit Heidi Schäfer und Davud, dem Künstler aus dem Evangelischen Freizeitheim dieses bunte Kreuz gemalt.  Es brennt nur so vor Leidenschaft und Feuer. Es ist noch nicht ganz fertig, denn über dem Kreuz ist noch eine Taube geplant, die durch das Bild hindurch schwebt.

Es erinnert mich an ein Wort von Johannes dem Täufer: „Siehe es kommt einer nach mir, der ist stärker als ich; und ich bin nicht wert, da ich mich vor ihm bücke und die Riemen seiner Schuhe löse. 8 Ich taufe euch mit Wasser; aber er wird euch mit dem heiligen Geist taufen.“

Wie sieht nun die Taufe im Heiligen Geist aus? Die Künstler haben den Geist immer mit dem Feuer in Verbindung gebracht, denn in der Apostelgeschichte heißt es im Pfingstwunder: „Und es erschienen ihnen Zungen zerteilt, wie von Feuer; und er setzte sich auf einen jeden von ihnen, 4 und sie wurden alle erfüllt von dem heiligen Geist und fingen an, zu predigen in andern Sprachen, wie der Geist ihnen gab auszusprechen.“ Jeder versteht das Wort Gottes in seiner Sprache – ist das nicht ein tolle Sache!

Wenn durch das Fenster der Geist der Verständigung in unserer Kirche weht, wäre das ein echtes Zeichen.

  1. Fenster

Das zweite Fenster haben die Kinder- und Eltern im Spielkreis mit Sabine Dunz gemalt. Es zeigt die Taufschale zwischen Himmel und Erde. Vielleicht ist es sogar der sogenannte Niedensteiner Taufnapf aus dem 18. Jahrhundert, der hier schwebt. Viele Kinderhände sind darauf zu sehen, alle bunt und schön – so wie jedes Kind ganz eigen, ganz individuell ist – wunderbar gemacht und ein Geschenk von Gott.

Im Markusevangelium sagt Jesus: „Lasst die Kinder zu mir kommen und wehret ihnen nicht, denn ihnen gehört das Reich Gottes!“ So taufen wir Kinder – laden ein dazu durch die Taufe ein Teil der Kirche zu werden.

In der Taufe verbinden sich zwei Sachen, die zunächst nicht zusammen gehören. Ganz natürliches Wasser und Gottes himmlisches Wort. Mensch und Gott kommen sich näher – da berühren sich Himmel und Erde, dass Frieden werde unter uns.

Jede Taufe ist so ein fröhliches Ereignis. Doch heute fällt es vielen Eltern schwer sich auf die Taufe und das Fest einzulassen. Zu groß sind die Erwartungen und Zwänge. Sie schieben die Taufe auf, oder sie fällt gänzlich aus.

Ich würde mir wünschen, dass dieses Fenster Mut macht zur Taufe – alle sind hier willkommen in Gottes Haus.

  1. Fenster – die Arche Noah

Das dritte Fenster im wesentlichen Bärbel Hussmann zusammen mit den Kindern der Evangelischen Kindertagesstätte Arche Noah gemalt. Es zeigt – ganz klar die Arche Noah.

Im ersten Buch der Bibel steht die Geschichte von der Arche. Ein Mann namens Noah ist allein gerecht war. Er vertraut auf Gottes Wort und baut die Arche. Die Skeptiker sollen denken, was sie wollen. Als es anfängt zu regnen, kommt von allen Tieren der Erde je ein Paar, um in die Arche zu steigen. Gott rettet so das Leben vor dem Tod.

Außerhalb der sicheren Umgebung der Arche wütet die Sintflut. Innendrin aber liegen die Löwen neben den Zebras, die Elefanten neben den Fröschen, die Bären neben den Marienkäfern, die Kinder neben den Schlangen. Es herrscht Frieden im Inneren bis zum Ende der Katastrophe. Nach der Flut gibt Gott eine Verheißung:

„Solange die Erde steht, soll nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht. Und Gott segnete Noah und seine Kinder und sprach: Seid fruchtbar und mehret euch und füllet die Erde. Meinen Bogen habe ich in die Wolken gesetzt; der soll das Zeichen sein des Bundes zwischen mir und der Erde.“ Genesis 8,22+9,1+9,13

Der bunte Regenbogen wird zu einem Zeichen: Gott will das Leben und segnet es. Unter seinem Segen dürfen wir sein. „Arche Noah“ sicher ein passender Name für die Evangelische Kindertagesstätte in Niedenstein. In ihr erfahren Kinder etwas von der segensreichenden Begegnung mit Gott. Sie lernen aufeinander zu achten und die Schöpfung zu bewahren.

Ich würde mir wünsche, dass durch das Fenster die Verbindung von Kindertagesstätte und Kirchengemeinde noch enger wird, als sie jetzt schon ist.  Der Mehrwert einer kirchlichen Trägerschaft liegt für mich gerade in dieser Verbindung. Ich hoffe, wenn also jemand von draußen reinschaut, dass er oft viele lachende Kinder hier drin sieht, die gemeinsam Gottesdienst feiern.

  1. Kinder in der Welt

„Viele kleine Leute in vielen kleinen Orten, die viele kleine Schritte tun, können das Gesicht der Welt verändern.“ Heißt es in einem Sprichwort aus Afrika, das die Kinder der Arche Noah als Vorlage für ihr zweites Fenster gewählt haben. Es ist ein Bild der Hoffnung für uns Erwachsenen. Wenn wir es nicht hinbekommen die Welt friedlicher zu gestaltet, dann werden es die Kinder tun, wenn sie an vielen kleinen Orten, viele kleine Schritte tun.  Ob das nun so stimmt, mag sich mancher fragen. Es klingt doch sehr naiv. Schließlich waren der Amokläufer von München und der Attentäter von Würzburg noch keine 20 Jahre alt – fast noch Kinder und haben doch ein Land in Angst und Schrecken versetzt. Das sind nun Extremfälle. Doch die Erzieherinnen der Arche Noah werden uns berichten können, das die Kinder auch nicht immer friedlicher sind als die Erwachsenen.

Worum geht es also? Paulus sagt: „Denn welche der Geist Gottes treibt, die sind Gottes Kinder.“ So sind wir alle  durch den Glauben Gottes Kinder in Christus Jesus.

Und Johannes: „Seht, welch eine Liebe hat uns der Vater erwiesen, daß wir Gottes Kinder heißen sollen – und wir sind es auch!“

Es geht also nicht darum, wer nun friedlicher – Erwachsene oder Kinder –  sondern darum, dass wir alle Kinder Gottes sind, die von Gott dem Vater unendlich angenommen und geliebt werden, auch wenn schlimme Fehler machen.

 

 

  1. Der Manga Jesu

Die Konfirmanden hatten 16 verschiedene Entwürfe, was auf ihrem Fenster zu sehen sein soll. Schließlich haben sie sich für einen Jesus im Manga-Stil entschieden. Ganz nach dem japanischen Vorbild sind die Augen, Haare und der Körper gezeichnet. Vielleicht sind manchen von Ihnen die Mangas fremd, doch schon längst gehört diese Art der Zeichnung zu unserem Alltag – wie z.B. auch die Pokemons, die man im Moment an vielen Orten mit dem Smartphone fangen kann. Auch hier rund um die Kirche soll es nur so davon wimmeln.

Der Manga Jesus der Konfirmanden ist ein freundlich, jugendlich, ja ganz in das Gebet vertieft. Ob er wohl gerade seinen Jüngern beibringt zu beten? Vater Unser im Himmel, Dein Reich kome, dein wille geschene.

Das Bild erinnert mich mit seinem vielen Gold aber auch an eine orthodoxe Ikone. Gold ist hier die Farbe der göttlichen Sphäre.

Es wäre eine wunderbare Sache, wenn durch das Fenster die Sache Jesu neue Begeisterte findet und die Jugendlichen merken, hier ist der Ort, an dem ich mich einbringen kann, den ich mitgestaltet haben.

Ich hoffe auch, dass das Fenster viele Jugendgottesdienste sehen wird, die wir im kommenden Jahr vorhaben.

  1. Fenster – Taube-Bibel-Kreuz

Im Kunstprojekt von Frau Weingarten, das seit einigen Tagen im Ev. Freizeitheim angeboten wird, entstehen ganz unterschiedliche Werke. Das Kirchenfenster ist eines davon. Manche Zweifel haben mich begleitet: Werden die mehrheitlich muslimischen Teilnehmer an dem Kunstprojekt darauf einlassen, ein Kirchenfenster zu malen?

Ich finde es ein schönes Symbol des Füreinanders und Miteinanders, dass nun im wesentlichen der muslimische Künstler Davud dieses Kirchenfenster gemalt hat.

Es zeigt die Bibel – das Wort Gottes – das auch den Muslimen als Heilige Schrift gilt, sodass sie es niemals einfach nur auf die Erde legen würden, sondern immer auf einen Tisch legen oder zu mindestens in ein Tuch verhüllen.

So heißt es z.B. auf der in Sure 2

»Sprecht: Wir glauben an Allah und was zu uns herabgesandt worden, und was herabgesandt ward Abraham und Ismael und Isaak und Jakob und (seinen) Kindern, und was gegeben ward Moses und Jesus, und was gegeben ward (allen anderen) Propheten von ihrem Herrn. Wir machen keinen Unterschied zwischen ihnen; und Ihm ergeben wir uns.« (2:137)

Bei aller Betonung der gemeinsamen Quellen gibt es aber einen großen Unterschied: Es ist die Frage, wie wir Jesus Christus deuten. Nur als Prophet – oder als Sohn Gottes, der im Stall von Bethlehem zur Welt kam und am Kreuz von Golgatha starb.

So finde ich es schon bemerkenswert, dass Davud keine Probleme damit hatte das Kreuz auf sein Fenster zu malen, genauso wie die Taube – als Symbol des Heiligen Geistes.

Ich wünsche mir, dass durch das Fenster ein Lichtstrahl der Friedens in unserer Kirche scheint, des Friedens zwischen Männern und Frauen, Muslimen und Christen, Flüchtlingen und Niedensteinern.

 

Alle Fenster

Jedes Fenster ist für sich der Betrachtung wert, aber erst in ihrer Gesamtheit geben sie dem Kirchenraum einen neuen Geist.

Ich bin gespannt wie es aussieht, wenn sie eingebaut sind. Schon jetzt ist klar – sie sind die Verbindung zwischen außen und innen – wie eine Membran.

Sie erzählen etwas von den großen Taten Gottes an uns. Sie machen Hoffnung, dass es weitergeht mit Gottes Kirchlein hier in Niedenstein.

Amen.

 

Muslimischer Künstler malt Kirchenfenster für Niedenstein

Niedentein. In den letzten Tagen sind in der Niedensteiner Kirche sechs „neue“ Kirchenfenster eingebaut worden.  Sie sind eigentlich nur ein Provisorium aus Plexiglas, doch äußerst sehenswert.

Denn sie wurden von unterschiedlichen Gruppen aus der Gemeinde gemalt, u.a. von den Spielkreisen, der Evangelischen Kindertagesstätte Arche Noah, der Kinder-und Jugendarbeit, den Konfirmanden und einem muslimischen Künstler aus dem Evangelischen Freizeitheim.

Die Unikate stehen jetzt an Stelle der historischen Kirchenfenster, wohl aus dem Jahr 1863, die restauriert werden müssen, damit sie für die nächsten 150 Jahre halten. Der Ausbau geschieht im Rahmen der großen Kirchensanierung, die die Kirchengemeinde Niedenstein-Wichdorf in den nächsten Jahren bis zum 250jährigen Kirchenjubiläum im Jahr 2027 vorhat. Zunächst wird die Südwand der Kirche in Stand gesetzt, dann die Ost- und Nordwand. Abschließend ist eine umfangreiche Innensanierung geplant, damit das Gotteshaus wieder in neuem Glanz erstrahlt.  Während der kompletten Bauphase werden die historischen Kirchenfenster eingelagert bleiben und erst nach Fertigstellung wieder eingesetzt.

Am Kanzelaufgang prangt nun das Bild des muslimischen Künstler Dawud Al-Obaidi. Es zeigt die aufgeschlagene Bibel mit Taube und Kreuz. Da Fenster ist in einem Kunstprojekt für und mit Flüchtlingen entstanden, das im Ev. Freizeitheim angeboten wird.

Dawud Al-Obaidi hat auch der evangelischen Jugend geholfen ein weiteres Kirchenfenster zu malen. Mit sakraler Malerei hat er bereits Erfahrung. In seiner Heimatstadt Mosul in Syrien hat er bereits an Kirchen und Moscheen gearbeitet. Leider sind die Kirchen durch den IS zerstört worden, wie er traurig berichtet.  Malerei ist eigentlich nur ein Hobby von ihm. Eigentlich war er Verwaltungsfachangestellter in seiner Heimatstadt.

Als gläubiger Muslim respektiert er die religiösen Symbole der christlichen Kirche und ist stolz seinen Beitrag zur Kirchensanierung leisten zu dürfen. Dass die Niedensteiner Kirche damals nach dem 30jährigen Krieg wieder aufgebaut wurde, ist für ihn auch ein Zeichen der Hoffnung für seine eigene Heimat, die so sehr vom Krieg zerrissen ist.

19.08.2016 Pfarrer Johannes Böttner

 

Kirchliche Finanzen – ein Haushaltsplan

Der Kirchenvorstand hat in seiner Sitzung am 11. Mai 2016 den Haushaltsplan für die Rechnungsjahre 2016 und 2017 einstimmig beschlossen. Er liegt vom 24. Maibis zum 10. Juni 2016  öffentlich im Pfarramt und in der Evangelischen Kindertagesstätte Arche Noah aus.

Er beinhaltet als Teilhaushalt auch die Ev. Kindertagesstätte Arche Noah. Durch die Fusion der beiden Kirchengemeinden Niedenstein und Wichdorf zum 1. Januar 2016 konnten die Zuweisungen der Kirchensteuer deutlich gesteigert werden. Gleichzeitig sind die finanziellen Verpflichtungen der neuen Gemeinde gestiegen durch Tarifsteigerungen und eine landeskirchenweite Angleichung der Endgeldgruppen für das Personal. Die Gemeinde ist durch ihre neue Größe deutlich stärker an der Finanzierung des Kirchenkreisamtes in Homberg und der kirchlichen Jugendarbeit beteiligt.

Durch die Zuweisung der Kirchensteuer finanzieren wir unsere kirchliche Arbeit vor Ort, hinzukommen Einnahmen der Gemeinde aus Vermietung, Verpachtung und Erbbauverträgen. Die Erträge aus Erbbauverträgen fließen jedoch zu großen Teilen der „Schwarz´schen Stiftung“ zu, deren Gelder gemäß dem Stifter Conrad Schwarz an bedürftige Witwen und Kinder kurz vor Weihnachten verteilt werden.

Positiv wirkt sich die Kooperation mit Metze und Ermetheis im Bereich des Posaunenchores aus. Der Jungbläserchor ist als Projekt rein spendenfinanziert bzw. auch über Mitgliedsbeiträge.

Der Haushaltsplan schließt trotz aller Anstrengungen leider mit einem Defizit von rund 7000 Euro jährlich ab, die durch den Kirchenkreis Fritzlar-Homberg ausgeglichen werden müssen. Davon ausgenommen ist der Bau des neuen Pfarrhauses, das zum großen Teil durch Baumittel der Landeskirche realisiert wird.

Der Kirchenvorstand hat zum Plan einige Einsparungen beschlossen. So werden ab dem 1.August 2016 nur noch sechs Sekretariatsstunden in Anspruch genommen, statt bisher acht. Der Donnerstagnachmittag entfällt als Öffnungszeit im Gemeindebüro. Bei allen Trauungen und Jubeltrauungen außerhalb des Sonntagsgottesdienstes müssen in Zukunft die Organisten von den Paaren bezahlt werden. Weitere Einsparungen liegen im Bereich der Einkäufe von Material, Literatur und Geschenken.

Um unserer kirchliche Arbeit finanzieren zu können, müssen weitere Sparanstrengungen folgen, deren Umsetzung im Einzelnen noch geplant und gesprochen werden müssen, sodass wir 2018 einen ausgeglichenen Haushaltsplan vorlegen können.k-IMG_7129 (2)

Über 300 heben ab zur Himmelfahrt

Niedenstein. Gemeinsam hoben im Himmelfahrtsgottesdienst am Ev. Freizeitheim über 300 Besucher ab. Zu  den Klängen von Sido und Andreas Bourani („Astronaut“) konnten alle Besucher die Weltkugel einmal von oben sehen, wie der Russe Juri Gagarin. Er sah die Schönheit der Erde als erster von oben. Von dort oben, vom Himmel aus, sieht man keine einzelnen Länder mehr, keine Grenzen und keine Farbe der Haut.

Pfarrerin Margarete Deist aus Metze und Pfarrer  Johannes Böttner aus Niedenstein nahmen die Gemeinde im historischen Interview mit in die Zeit der ersten Raumfahrer, mit Reportermikro und Kosmonautenhelm. Dekanin Sabine Tümmler sprach in ihrer Predigt von der Bewahrung der Schöpfung und dem sehnlichen Wunsch nach dem himmlischen Frieden auf der Erde.

Durch tolle Aktionen für Kindern und Mitmachelemente wurde der Gottesdienst sehr lebendig. Dazu trug auch die fröhliche Begleitung des Bläser- und Jungbläserchores bei.

Die Kirchengemeinden von Ermetheis, Metze und Niedenstein-Wichdorf hatten eingeladen an dem besonderen Ort die Himmelfahrt zu feiern. Viele schlossen sich schon morgens den  Sternwanderungen der Feuerwehr an, die von den Kirchen ausgehend den Berg hinaus führten.  Nach den überwältigenden Erfahrungen aus dem vergangenen Jahr  war es den Kirchenvorständen ein Anliegen genau an diesem Ort wieder zu feiern. Weit öffnet sich hier der Blick in den Himmel. Auch die dreißig neuen Bewohner im Freizeitheim schlossen sich gerne dem Fest an.

Im Anschluss an den Gottesdienst wurde für das leibliche Wohl gesorgt mit Suppen, Kaffee und Kuchen. Für die Kinder gab es eine Hüpfburg.

Einen herzlichen Dank an alle Beteiligten! Das Kooperationsprojekt der Kirchengemeinden wird vielen sicher in guter Erinnerung bleiben.

Pfarrer J.Böttner

Bilder von D.Grunewald

 

Osternacht

Am Ostermorgen begrüßten etwa 80 Gottesdienstbesucher das Licht der Auferstehung in der Osternacht. „Christ ist erstanden“  sangen alle aus voller Kehle, während das Licht von einem zum anderen weiter gegeben wurde.

Besonders Highlight war in diesem Jahr wieder der Projektchor zur Osternacht. 15 Sängerinnen und Sänger hatten sich in drei Proben unter der Leitung von Silvia Grebe aus Metze auf den Gottesdienst zur frühen Stunde vorbereitet. Ihnen und Silvia Grebe gilt der herzliche Dank der Kirchengemeinde Niedenstein-Wichdorf.

Auch zum anschließenden Osterfrühstück im Bürgertreff reichten die 50 gestellten Stühle gerade aus, damit alle Platz fanden. Vielen Dank an Gabriele Herzog und Ruth Spitzer für die Organisation und Vorbereitung.

Ein Kommentar eines Besuchers im Facebook:

„Frohe Ostern euch allen! „Ich hoffe ihr hattet auch einen so tollen Start in den Ostersonntag…unserer hat in der Kirche in Niedenstein begonnen. Ein toller Gottesdienst …wie immer sehr stimmungsvoll … Und ein suuuper Projektchor der uns da mit stimmungsvollen Liedern in den Tag gesungen hat! Ich hatte Gänsehaut, so toll war das!
Da konnte man mal wieder sehen was Kirche sein kann…
Also, wer heute nicht dabei war, schon jetzt den Ostersonntag 2017 vormerken!“

Die Osternacht feiern wir wieder am 16. April 2017.IMG-20160331-WA0000 (2)